Motivationstheorie nach David McClelland einfach erklärt

gepostet am 11. April 2017
aktualisiert am 26. Mai 2024

Der amerikanische Verhaltens- und Sozialpsychologe David McClelland (1917-1998) lehrte an der Harvard University und beschäftigte sich seit den 60er Jahren mit der Frage, was motiviert Führungskräfte? Daraus ist die Motivationstheorie nach McClelland entstanden, die euch in diesem Fritz Tipp vorstelle.

Inhalt

Grundmotive nach McClelland

Die Motivationstheorie nach McClelland von 1961, auch Need theory oder Three needs theory genannt, ist gegenüber der Motivationstheorie nach Maslow von 1954 oder Herzberg von 1959 empirisch gut gestützt. McClelland Theorie unterscheidet zwischen den Grundmotiven Leistung, Gesellung und Macht.

Im Harvard Business Review Artikel Power is the Great Motivator empfehlen McClelland und Burnham zudem, zwischen den Bedürfnissen und daraus entstehenden Motiven (Beweggründen) von Führungskräften und Mitarbeitern zu unterscheiden.

Leistungsmotivation – Need for achievement

Der Leistungsmotivierte würde über sich selbst sagen: „Ich arbeite gerne 100 prozentig und habe klare Vorgaben und Ziele.“

Christian Mayr

„Der Führungskreis Einkauf ist eine hervorragende Plattform um aktuelle Themen und Aufgabenstellungen mit anderen Einkaufsleitern aus der Region offen zu diskutieren. “

Christian Mayr
Head of Corporate Purchasing
Alpla Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG

Gesellungsmotivation – Need for affiliation

Der Anschlussmotiverte würde über sich selbst sagen: „Für mich ist die Atmosphäre im Team wichtig und ich unterstütze gerne andere.“

Machtmotivation – Need for power

Der Machtmotivierte würde über sich selbst sagen: „Ich habe gerne selber die Kontrolle und bin selbstsicher.“

ACHTUNG! Keines der genannten Grundmotive von David McClellands Motivationstheorie tritt in Reinform auf. Niemand ist zu 100% leistungsmotiviert. Die subjektive Bedeutung jedes Motiv variiert von Mensch zu Mensch. Wie das anschließende Video an einem konkreten Beispiel aufzeigt:

Wie verteilen sich die Grundmotive nach McClelland?

Die Verteilung der drei dominanten Grundmotive Leistung, Gesellung und Macht in der Gesamtbevölkerung sieht nach Zumtobel wie folgt aus:

Motivationstheorie nach McClelland. Quelle: Fritz Führungskreise.
Motivationstheorie nach McClelland. Quelle: Fritz Führungskreise.

Etwa 80% der arbeitenden Menschen sind überwiegend leistungsmotiviert.

Etwa 12% der arbeitenden Menschen sind überwiegend gesellungsmotiviert.

Etwa 8% der arbeitenden Menschen sind überwiegend machtmotiviert.

McClelland und Burnham folgend, sind machtmotivierte Führungskräfte sowohl erfolgreicher als auch beliebter bei Mitarbeitern. Im Umkehrschluss eigenen sich 8% der arbeitenden Bevölkerung besonders gut zur Führungskraft.

Gesellungsmotivierte Führungskräfte wollen die gute Beziehung mit jedem Mitarbeiter aufrechterhalten und verletzen damit das Fairnessempfinden der anderen Kollegen. Das Motiv gemocht zu werden, scheint gegenteilige Effekte zu haben, was Führungseffektivität betrifft.

Leistungsmotivierte Führungskräfte haben Probleme Aufgaben zu delegieren und Mitarbeiter ins Scheinwerferlicht zu stellen. Dadurch verschlechtern sich die Zufriedenheitswerte mit der Führungskraft und dämpfen die Leistungsbereitschaft.

Tobias Schelling

„Haben wir alle dieselben Probleme? Nein. Haben wir dieselben Voraussetzungen? Nein. Haben wir dieselben Optionen? Nein. Und trotzdem schafft es der Führungskreis Softwareentwicklung immer wieder Denkanstöße und neue Perspektiven für alle herauszuarbeiten. Ich gehe jedes Mal wieder mit neuen Ideen nach Hause. “

Tobias Schelling
Head of Software
Hilti Corporation

Was bedeutet McClelland Motivationstheorie für Führungsarbeit?

  1. Der Motivationstheorie nach McClelland folgend haben gute Führungskräfte einen hohen Anteil an Machtmotivation. Kombiniert mit einem Schuss Gesellungsmotivation. Sie sind aufgrund dieser Motivationsstruktur „Meister im Delegieren“. Sie bewegen Mitarbeiter dazu, fachliche Leistung zielorientiert zu erbringen.
  2. Gute Führungskräfte haben nach McClellands Motivationstheorie ihre eigene Leistungsmotivation im Griff und vermeiden, dass ihnen Aufgaben immer wieder zurück delegiert werden. Überzogene Leistungsmotivation von Führungskräften, verhindert den Einsatz und Selbstverantwortung der Mitarbeiter.
  3. Gute Führungskräfte setzen Mitarbeiter unter Berücksichtigung ihrer Motivationsstruktur ein. Ganz nach dem Motto, jeder wird im Rahmen seiner Fähigkeiten bestmöglich eingesetzt.

Fazit – Motivationstheorie nach David McClelland

Nach McClelland schaffe ich als Führungskraft entweder ein Umfeld, indem Leistung (Leistungsmotivation) oder das gute Miteinander (Gesellungsmotivation) handlungsleitend ist. So oder so, everybody’s darling zu sein, kann sich die machtmotivierte Führungskraft sofort abschminken. Das Motiv gemocht zu werden führt zu verminderter Führungseffektivität.

Dr. Patrick Fritz

Dr. Patrick Fritz

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