Was ist ein Unternehmer?

gepostet am 26. März 2019
aktualisiert am 17. Juni 2024

Durch die Bücher Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer von Stefan Merath und The E-Myth von Michael E. Gerber, bin ich auf neue Erkenntnisse zur Frage „Was ist ein Unternehmer?“ gekommen, die ich in diesem Fritz Tipp gerne mit euch teile.

Inhalt

Was macht ein Unternehmer?

In meinen bisherigen Fritz Tipps zu dieser Frage (hier ,hier, und hier) habe ich mich ausschließlich auf die verschiedenen Aufgaben einer Führungskraft fokussiert und sie dabei mit den Aufgaben eines Unternehmers gleichgesetzt. Wenn ich meinen bisherigen Kenntnisstand auf den Punkt bringe, würde ich auf einer Meta-Ebene antworten:

Aufgaben einer Führungskraft

  1. Führung von Mitarbeitern = Verhaltensbeeinflussung von Menschen = Komplexe Aufgaben
  2. Leadership (eng.) = Führung (dt.)
  3. Management von Dingen = Handhaben von Sachverhalten = Komplizierte Aufgaben

Quelle: Fritz Führungskreise

Wenn wir die Meta-Ebene verlassen und den Zoomfaktor erhöhen, ergeben sich daraus konkrete Aufgaben für eine Führungskraft wie Vorbild sein, Einsicht schaffen, Konsequenzen setzen und Rahmenbedingungen steuern. Mehr dazu im FRITZ Tipp Mitarbeiter führen und motivieren.

Wenn wir den Zoomfaktor jedoch in die andere Richtung verringern und die Diskussion rund um die Aufgaben der Führungskraft auf die unterschiedlichen Rollen Unternehmer, Führungskraft und Fachkraft erweitern, kommen wichtige Erkenntnisse dazu und die Rollenbilder werden schärfer.

„Im Führungskreis Personal werden in sehr direktem, offenem und positivem Austausch die aktuellen Anliegen der teilnehmenden Betriebe bearbeitet. Für mich ist die Art wie Patrick die Gruppe nutzt, das aktuelle Thema aufzubereiten, besonders wertvoll. Als Moderator springt er an den richtigen Stellen ein und schafft es überraschende, lehrreiche und wertvolle Ergebnisse herauszuarbeiten. Begleitend sind immer spannende Referenten mit dabei, die sehr aktuelle Inputs auf höchstem Niveau mitgeben. Auf die Termine möchte ich nicht verzichten! “

Felix Stecher
Personalleiter
Rondo Ganahl Aktiengesellschaft

Was ist ein Unternehmer?

Den Ausführungen Gerbers folgend, erliegen die meisten Fach- und Führungskräfte, die ein Unternehmen gründen, einer grundsätzlich falschen Annahme: „If you understand the technical work of a business, you understand a business that does that technical work“. Das sind in seinem Modell aber zwei grundverschiedene Dinge.

Der Unternehmer sieht das Unternehmen als sein Produkt. Nicht das Produkt welches das Unternehmen herstellt. Das heißt in Konsequenz, der Unternehmer muss sein Unternehmen soweit entwickeln, bis es ohne ihn funktioniert und damit jederzeit verkauft werden könnte. Die Zielgruppe des Unternehmers ist nicht der Kunde des Unternehmens, sondern sein potenzieller Nachfolger.

Damit das gelingt, muss der Unternehmer am Unternehmen arbeiten und nicht im Unternehmen. Das Ziel dieser Arbeit ist ein „systems-dependent business, not a people-depentend business“ zu kreieren.

Das Unternehmen soll dann von Fach- und Führungskräften betrieben werden, mit der niedrigsten möglichen Qualifikation.

Wenn das System von höchstqualifizierten Mitarbeitern abhängig ist, wäre es nicht replizierbar. Die Kernfrage des Unternehmers lautet also: „How can I give my customers the results he wants systematically rahter than personally?“.

Was ist eine Führungskraft?

Zunächst einmal ist für Merath ein Leader auch ein Manager. Die Führungskraft konzentriert sich sowohl auf Menschen (Führung), als auch auf Dinge (Management).

Weiterführend räumt Merath das Konzept des servant leaders ab: „Die Führungskraft ist auch nicht der Dienstleister der Mitarbeiter oder umgekehrt, sondern beide sind der Dienstleister für den Kunden. (..) Die komplette Führungsdiskussion ist (..) nichts anderes als leere Selbstbefriedigung.“

Damit wird ein zentraler Unterschied zwischen Unternehmer und Führungskraft klarer. Fach- und Führungskräfte arbeiten für den Kunden. Der Unternehmer arbeitet für seinen Nachfolger:

FRITZ - Was ist ein Unternehmer?

Merath sieht die zentrale Aufgabe der Führungskraft darin, „ein System einzuführen und zu steuern, innerhalb dessen Aufgaben optimal gelöst werden können. Er definiert Abläufe, Strukturen, Standards und kontrolliert deren Einhaltung.

In diesem Punkt widerspricht der Autor Gerbers Modell, welches die Aufgabe der Standardisierung beim Unternehmer sieht. Er sieht die Aufgaben des Unternehmers stärker auf strategischer, eigentlich normativer Ebene: Vision und Werte, Strategie und Positionierung, externe Energie und Wachstum – wie das folgende Video gut zeigt:

Matthias Marx

„Es ist tut immer wieder gut und hilft enorm immer mal wieder, in regelmässigen Abständen über seinen Tellerrand zu schauen und das gibt es gleich hier um die Ecke. Der pragmatische Umgang mit den Herausforderungen im Führungskreis B2B-Marketing und die praxisnahen, gemeinsam erarbeiteten Lösungsansätze machen dieses Netzwerk so wertvoll. “

Matthias Marx
Head of Corporate Communications
Gallus Ferd. Rüesch AG

Was ist eine Fachkraft?

Für die Fachkraft ist das Unternehmen der Ort, an dem sie machen kann, was sie gerne tut, nämlich ihre Facharbeit. Frei von jeglichen lästigen Zwängen, wie z.B. Buchhaltung oder Vertrieb. Mit anderen Worten, die Fachkraft ist der Umsetzer. Der klassische Selbstständige, also selbst und ständig, ist eine Fachkraft, die zusätzlich Aufgaben des Unternehmers und der Führungskraft übernimmt.

Rollenkonflikte zwischen Führungskraft, Unternehmer und Fachkraft

Das diese Rollendiskussion nicht nur leere Selbstbefriedigung ist, wie Merath anführt, erlebe ich in meiner Praxis immer wieder. Nämliche genau dann, wenn die Rollen nicht klar sind und sich bunt vermischen. Das Ergebnis ist für alle Beteiligten nicht von Vorteil, wie folgende Beispiele zeigen:

  1. Der Klassiker ist die Führungskraft, die nach wie vor an ihrer Fach- oder Expertenarbeit hängt. Großartige Fachkraft wird zur Führungskraft meint, großartige Fachkraft verloren, schlechte Führungskraft gewonnen.
  2. Genauso häufig anzutreffen ist der Unternehmer, der nicht loslassen kann und Mikropolitik betreibt. Also die Rolle der Führungskraft (für die Führungskräfte) übernimmt. Diese können nichts dagegen sagen, weil es ja sein Unternehmen ist.
  3. Schlussendlich gibt es Fachkräfte oder Experten, die meinen ihnen gehört das Unternehmen und eigentlich alles besser als ihre Vorgesetzten wissen. Wenn die da oben nur wüssten, dann aber… gar nichts.

Die angeführten Rollenkonflikte sind auch ein Beleg für die fehlende Professionalisierung im Tätigkeitsfeld von Führungskräften und Unternehmern. In Anlehnung an Torres hängt die Professionalisierung von der Komplexität und der kritischen Relevanz des Wissensbestandes ab.

Nun haben Führungskräfte und Unternehmer durchaus komplexe Aufgaben zu bearbeiten. Allerdings scheint keine existenzbedrohende Problemlage im Versagensfall vorzuliegen. Flapsig formuliert, an schlechter Führung von Mitarbeitern oder Unternehmen ist noch keiner gestorben. Deshalb ist keine Professionalisierung notwendig.

Fazit

Dank Gerber und Merath kann ich meinen bisherigen Kenntnisstand zur Frage was ist ein Unternehmer, um folgende Punkte erweitern:

Patrick FRITZ


Dr. Patrick Fritz

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