Wie arbeitet die Wirtschaft wirklich?

Dieser einfache aber nicht simplistische Video-Clip von Ray Dalio, dem Gründer von Bridgewater Associates, liefert einen Einblick in die grundlegenden Antriebskräfte der Wirtschaft und erläutert durch die Analyse von Begriffen wie Kredit, Zinsraten, Schuldenaufnahme und Schuldenabbau, warum wirtschaftliche Kreisläufe entstehen.

Hier meine Lessons Learned aus dem Video-Clip im schnellen Überblick:

  • Eine Wirtschaft stellt die Summe aller Transaktionen dar.
  • Transaktion meint Geld oder Kredit gegen Ware, Dienstleistung oder Kapitalanlage.
  • Kredit ist der wichtigste Teil der Wirtschaft, weil dadurch die Ausgaben erhöht werden können (=Wirtschaftswachstum).
  • Ohne Kredit kann die Wirtschaft nur durch höhere Produktivität wachsen.
  • In den USA haben wir 50 Billionen Kredit im Umlauf, aber nur 3 Billionen Geld.
  • Kredit ist nur dann hilfreich, wenn er hilft mehr Geld zu verdienen (keine Konsumkredite).
  • Der kurzfristige Schuldenzyklus ist durch die Zentralbank gesteuert und dauert im Schnitt 5-8 Jahre (Zins hoch, Zins runter, Zins hoch, Zins runter…).
  • Der langfristige Schuldenzyklus dauert ca. 50-75 Jahre und ist durch den Schuldenstand gesteuert (1929 bis 2008 = 79 Jahre).
  • Beim notwendigen Schuldenabbau, hilft ein niedriger Zins nichts, weil die Schulden absolut zu hoch sind. In diesem Fall helfen vier Maßnahmen:
    1. Ausgaben kürzen (siehe Sparpolitik; schwarze Null)
    2. Schulden reduzieren (siehe Griechenlandkrise)
    3. Umverteilung von Reich zu Arm (siehe Erbschaftssteuer)
    4. Geld drucken (siehe Anleihekaufprogramm der EZB)
  • Durch die Maßnahme „Geld drucken“ sollen die Einkommen schneller erhöht werden als die Schuldenlast und dadurch eine Entschuldung ermöglicht werden.
  • Diese Phase der Entschuldung dauert ca. 10 Jahre und wird deshalb gerne als verlorenes Jahrzehnt bezeichnet (siehe 2008 bis 2018?).
  • Fazit: Kurzfristig muss der Schuldenabbau sozialverträglich gestaltet werden. Langfristig hilft nur die Erhöhung der Produktivität (siehe Digitalisierung).

Patrick FRITZ
Dr. Patrick Fritz

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