Transformationale vs. Transaktionale Führung

Transformationale vs. Transaktionale Führung: Im Rahmen eines Workshops mit dem Titel „Ich als Führungskraft“ stellte man die Frage: „Was, wenn traditionelle Führung nicht mehr genügt?“ In der anschließenden Diskussion wurde das Thema „Transformationale vs. Transaktionale Führung“ dann heiß diskutiert. Der folgende Beitrag stellt den transformationalen und transaktionalen Führungsansatz gegenüber und erläutert beides anhand von Beispielen.

Transformationale vs. Transaktionale Führung

Transaktionale Führung

Transaktionale Führung zeichnet sich durch klare Regeln, Strukturen und Ziele aus. Der Mitarbeiter tut, was der Vorgesetzte von ihm erwartet. Dabei liegt der umgesetzten Arbeit der Tauschgedanke zugrunde, also eine Input-Output-Beziehung. Wenn ich meine vorgegebenen Ziele abarbeite, bekomme ich dafür Geld. Der Mitarbeiter fungiert in seiner Rolle als rationaler Entscheider, der den Weg zum Ziel verfolgt (Homo oeconomicus). Entlohnt werden transaktional geführte Personen extrinsisch, d.h. durch Geld und Aufstiegsmöglichkeiten. Kurt Lewin würde in diesem Fall wohl am ehesten vom autoritären Führungsstil sprechen.

Klare Regeln und definierte Ziele führen bei Mitarbeitern zu Handlungssicherheit. Besonders wirksam kann das bei Routinetätigkeiten sein. Der Nachteil der transaktionalen Führung besteht darin, dass Mitarbeiter gewohnt sind, für gute Leistung etwas zu bekommen. Und bei schlechter Leistung sanktioniert zu werden. Stumpft der Reiz der Belohnung oder Bestrafung ab, geht die Motivation verloren. Die finanzielle Belohnung fortwährend zu erhöhen ist nicht möglich. Aufstiegsmöglichkeiten können nicht immer geboten werden.

Beispiel für Transaktionale Führung

Die Vorgaben für einen Fabrikarbeiter sind klar. Die Schicht beginnt um 7:00 Uhr und endet acht Stunden später. Von 12:00 bis 12:45 Uhr ist Mittagspause. Bei betreten und verlassen des Arbeitsplatzes muss gestempelt werden. Die Aufgaben des Mitarbeiters beschränken sich auf das Stanzen von Metallteilen. Achthundert Teile muss er pro Tag mindestens fertigen. Die Produktivität wird elektronisch erfasst. Erreicht er das vorgegebene Arbeitspensum, bekommt er am Ende des Monats als „Belohnung“ seinen Lohn. Hat er wesentlich mehr produziert als vorgegeben, bekommt er eine Zulage. Liegt seine Ausbeute dauerhaft unter der vorgegebenen Menge, wird der Mitarbeiter ersetzt.

Transformationale Führung

Bei der transformationalen Führung steht die Vision der gemeinsamen Arbeit im Vordergrund. D.h. Mitarbeiter, die auf diese Weiße geführt werden, verfolgen durch ihre Handlung nicht nur ihre eigenen Interessen (Input-Output-Beziehung), sondern höhere Ziele. Die emotionale Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter spielt dabei eine wesentliche Rolle. Kurt Lewin würde wohl am ehesten vom kooperativen Führungsstil sprechen.

Die Verbreitung einer gemeinsamen Vision durch die charismatische Führungskraft beeinflusst Mitarbeiter, sachbezogene Aufgaben und Ziele intrinsisch erreichen zu wollen. Anwendung findet die charismatische Führung oft bei komplexen Aufgaben. Starre Regeln und Strukturen sind für den Arbeitsprozess hinderlich.

Beispiel für Transformationale Führung

Die Mitarbeiterin eines Unternehmens hat einen fixen Zahltag, der dem Durchschnitt der Branche entspricht. Oft wird sie mit Planänderungen oder unvorhersehbaren Aufgaben konfrontiert. Manche Arbeitstage sind länger, andere dafür kürzer. Ihr Chef, ein Visionär, führt das Team nicht über Geld. Vielmehr beeinflusst er seine Kollegen durch seine Vision und durch das Erzeugen von Emotionen. Er zeigt Ihnen den Weg zum Ganzen und lädt die Mitarbeiter ein, an der Kultur mitzuwirken.

Fazit Transformationale vs. Transaktionale Führung

Abhängig von den Arbeitsanforderungen, den Mitarbeitertypen und dem Umfeld können transaktionale oder transformationale Führung zum gewünschten Erfolg führen. Transaktionales Führen ist tendenziell durch klare Regeln, Strukturen und Ziele geprägt und häufig in einer Arbeitsumgebung mit standardisierten Prozessen im Einsatz. Bei der transformationalen Führung steht die Beziehung zwischen der charismatischen Führungskraft und dem intrinsisch motivierten Mitarbeiter im Vordergrund. Transformationale Führung kommt eher bei komplexeren, nicht routinemäßigen Aufgaben zum Einsatz.

Patrick FRITZ

Dr. Patrick Fritz

P.S. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Roger Romano, der den Workshop als Fachexperte begleitet hat.

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