Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun

Das Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun ist eines seiner zentralen Kommunikationsmodelle. Wenn nicht sogar das zentrale Modell seines Lebenswerks, der Sammelband „Miteinander reden„. Dieser Beitrag beschreibt das Kommunikationsquadrat und zeigt die Folgen für deine Führungsarbeit auf.

Was ist das Kommunikationsquadrat?

Beim Kommunikationsquadrat oder Vierseitenmodell wir analysiert, was jemand von sich gibt und was beim anderen ankommt. Dabei unterscheidet Schulz von Thun vier Aspekte oder Seiten einer Nachricht: Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehungshinweis und Appell.

FRITZ Kommunikationsquadrat

Das heißt, ein und dieselbe Nachricht enthält gleichzeitig mehrere Botschaften. Als wäre das noch nicht genug, verfügt aber auch der Empfänger der Nachricht über vier Ohren. Es hängt also davon ab mit welchem Ohr der Empfänger hin hört. Für jeden Aspekt einer Nachricht ergeben sich somit aufseiten des Senders und des Empfängers Möglichkeiten zum Missverständnis.

Ich kann der Ansicht sein, mich klar und deutlich ausgedrückt zu haben und doch – nach dem Verständnis des Empfängers – einfach nur blödes Zeug geredet haben. Ich kann meinen, eine freundliche Bitte geäußert zu haben, und aufseiten des Empfängers Verärgerung über meinen Tonfall auslösen.

Folgen für meine Führungsarbeit?

Für Führungskräfte bedeutet dies, dass das Geben und Empfangen von konstruktivem Feedback mit einer Bewusstwerdung über die zugrundeliegenden Wahrnehmungs- und Interpretationsmuster einhergehen muss.

FRITZ Was ist Feedback

Feedback geben wir einander ohnehin unablässig – beispielsweise durch ein Kopfschütteln, ein Lächeln, oder das Verdrehen der Augen. In der Mitarbeiterführung kann Feedback dagegen bewusst zur Verhaltensbeeinflussung eingesetzt werden. Möglich ist dies allerdings nur in einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens und Respekts. In Mitarbeiterbesprechungen sollten für Feedbackrunden daher Regeln aufgestellt werden, an die sich alle Beteiligten zu halten haben. Dazu gehört, dass das Feedback nicht wertend, sondern beschreibend erfolgt – ein wichtiges Element einer reifen Führungskultur.

Fazit – Kommunikationsquadrat

Führungskräfte sollten das Kommunikationsquadrat kennen und nutzen, weil dieses gedankliche Werkzeug dabei hilft, klarer im Dickicht der zwischenmenschlichen Beziehungen zu sehen. Gleichzeitig kann die Richtung von Interventionen besser bestimmt werden.

Patrick FRITZ
Dr. Patrick Fritz

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