Engpasskonzentrierte Strategie nach Mewes

Ich bin gerade durch mit dem Buch „Das große 1×1 der Erfolgsstrategie: EKS® – Erfolg durch Spezialisierung“ von Friedrich, Malik und Seiwert. Die Bezeichnung Engpasskonzentrierte Strategie (EKS) steht für ein Konzept zur Formulierung persönlicher oder geschäftlicher Strategien. Die EKS Strategie wurde von Wolfgang Mewes 1970 begründet. Im folgenden Beitrag möchte ich euch die 4 zugrundeliegenden Prinzipien und 7 Phasen der engpasskonzentrierte Strategie erläutern.

Engpasskonzentrierte Strategie – 4 Prinzipien

Für jeden der das Konzept für sich oder sein Unternehmen anwenden will, braucht einen schnellen Überblick zu den 4 grundlegenden Prinzipien der engpasskonzentrierte Strategie.

engpasskonzentrierte strategie 4 prinzipien

1. Prinzip – Ganzheitliche Spezialisierung

Mit Spezialisierung ist nicht „nur“ die salonfähige Konzentration auf Kernkompetenzen gemeint, sondern wirklich nur das zu tun worin man hervorragend ist.

2. Prinzip – Minimumprinzip

Mit dem Minimumfaktor sind die Engpässe, Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse der Zielgruppe gemeint. Die engpasskonzentrierte Strategie rät nach Engpässen zu suchen und dafür Lösungen anzubieten.

3. Prinzip – Immaterielles vor Materiellem

Je besser die immateriellen Prozesse (z.B. Lernprozesse) erkannt und beeinflusst werden, desto besser sind die materiell-finanziellen Ergebnisse. Gewinn ist also Folge und nicht Zweck des Wirtschaftens.

4. Prinzip – Nutzenmaximierung

Bei der Anwendung der engpasskonzentrierten Strategie ist für mich die Nutzenmaximierung das wichtigste Prinzip. Unternehmen sind da, um die Probleme anderer zu lösen, nicht (nur) um Gewinne zu erzielen – ein interessanter Ansatz! Je besser der Nutzen für die Zielgruppe, umso größer die Gewinne.  Es reicht nicht zu erwähnen, dass die Dienstleistung oder das Produkt einen Nutzen hat. Intensive Gedanken und Recherchen aus Sicht des Kunden sind notwendig, um den Produktnutzen bestmöglich darzustellen. Der Nutzen muss übrigens nicht immer der gleiche sein, er kann sich auch weiterentwickeln.

Engpasskonzentrierte Strategie – 7 Phasen

Für jeden der das Konzept für sich oder sein Unternehmen anwenden will, braucht es einen schnellen Überblick zu den einzelnen Schritten.

1. Phase – IST-Situation und spezielle Stärken

Wer sich auf seine Stärken konzentriert, kann seine Schwächen vorerst vernachlässigen, so der Grundsatz laut EKS.

2. Phase – Nutzenpotential

Nach EKS eignen sich Leistungen, die das größte Nutzenpotential bieten, am besten für Spezialisierung. Anders ausgedrückt, die angedachte Spezialisierung muss einem Engpass beim Kunden entsprechen.

3. Phase – Erfolgversprechendste Zielgruppe

Leistungen sind im Sinne der EKS für Menschen und nicht für Geschäftsfelder oder Spezialgebiete. Vorbei sind die Zeiten des Herstellermarktes, längst ist die Nachfrage der Engpass für Wachstum.

4. Phase – Größter Engpass der Zielgruppe

Welches sind die am dringendsten empfundenen Engpässe der Zielgruppe? Je stärker nämlich der Bedarf, desto größer ist das Interesse an einer Leistung und deren Akzeptanz. Ein guter Hinweis für Engpässe sind Emotionen.

5. Phase – Innovationsstrategie

Die Bezeichnung „Innovationsstrategie“ leitet in die falsche Richtung. Die Innovationsstrategie ist das neue Produkt an sich und nicht die Idee, wie das Produkt künftig weiterentwickelt werden kann. Wer also schon ein innovatives Produkt hat, der braucht Schritt 5 nicht wirklich. Im Sinne der EKS ist jede Leistungsverbesserung eine Innovation.

6. Phase – Kooperationsstrategie

Innovationsengpässe sind der Ausgangspunkt für die Kooperationsstrategie. Kooperationen sollen dabei helfen Innovationsengpässe zu überwinden.

7. Phase – Konstantes Grundbedürfnis

Nun gilt es den eingeschlagenen Weg nach EKS langfristig abzusichern. Was ist das konstante Grundbedürfnis der Zielgruppe, das über die Lösung des Engpass und kontinuierliche Innovation abgedeckt wird.

Fazit

Schöpfe – Programmiere – Multipliziere (Wolfgang Mewes)

Patrick FRITZ

Dr. Patrick Fritz

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