Design Thinking live an der HSG

Kürzlich durfte ich Design Thinking live an der HSG erleben. Mein Dank geht an dieser Stelle an Prof. Dr. Falk Uebernickel der uns auf sehr lebendige und interaktive Weise in die Welt des Design Thinking eingeführt hat. Hier mein Erfahrungsbericht zu einer Übung die wir durchgeführt haben, die Wallet Exercise:

1. Challenge

Die an uns gestellte Aufgabe lautete: „Entwickle die ideale Geldbörse für deinen Tischnachbarn“.

2. Interview (Need Finding)

Die Bedürfnisse des Tischnachbarn mussten nun in einem kurzen, gegenseitigen Interview von 2mal 3 Minuten herausgefunden werden. Auf meinem Notizzettel stand nach dem Interview u.a.:

  • Geldtasche zu dick
  • Deshalb häufig im Auto
  • Oder in der Handtasche meiner Frau
  • Sollte halb so groß wie meine Hand sein
  • Nicht dicker als 5 mm
  • usw.

Ergänzend zu den Interviews sind Beobachtungen vor Ort sehr wichtig, um sich besser auf die Zielgruppe einzuschwingen. Bei der Wallet Exercise ist dazu aber keine Zeit.

3. Kernbotschaft (Synthese)

In 1 Minute musste nun eine Metapher zu den gewonnenen Erkenntnissen gefunden werden – auch Point-of-View Statement genannt. In meinem Fall lautet das Statement für meinen Tischnachbarn: Deine Geldtasche ist wie ein Hauch von nix (oder in der Tasche seiner Frau).

4. Ideengenerierung

In 2 Minuten mussten anschließend möglichst viele verschiedene Ideen notiert werden, um die Kernbotschaft zu erfüllen. Die Ansätze für die Brieftasche meines Tischnachbarn sahen wie folgt aus:

  • In die Hose „eingebaut“
  • Biegbar aber trotzdem stabil
  • 5 x 7cm, max. 5 mm dick
  • Kann in eine klassische Geldtasche „eingebaut“ werden

5. Prototyping

Mit allen verfügbaren Bastelmaterialien hatten wir nun 4 Minuten um einen ersten Prototyp anzufertigen. Im unten stehenden Bild ist der Prototyp zu sehen, den ich von meinem Tischnachbarn erhalten habe:

Design Thinking live an der HSG erleben

6. Testing

Im vorerst letzten Schritt wird der Prototyp dem Tischnachbarn übergeben, um die Lösung zu testen. Was gefällt dir? Was würdest du dir wünschen? Je nachdem wie das Feedback meines Gegenübers ausfällt, muss ich wieder zurück zu Schritt 1, 2, 3, 4 oder 5. Das nächste Bild zeigt den Prozess im Überblick:

Design Thinking live an der HSG erleben

Fazit: Design Thinking live an der HSG

Das Feedback des Kunden kann positiv oder negativ ausfallen. Negatives Feedback bzw. Fehler sind eine Möglichkeit zu lernen und sich damit auf die Zielgruppe zu kalibrieren (Empathie!). Diese Denkweise ist heute in vielen Köpfen noch nicht angekommen. Auch ich bilde mir häufig ein zu wissen, was meine Kunden eigentlich brauchen. Laut Studien braucht es 566 Prototypen, um 1 wirklich erfolgreiches Produkt zu entwickeln. Ich habe nun zumindest mit dem ersten Prototypen begonnen.

Patrick FRITZ
Dr. Patrick Fritz

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